Drei Jahre lang arbeitete Ingeborg Schmid-Mummert am neuen Mieminger Dorfbuch. Nun liegt es auf dem Tisch und Mieming freut sich. (Foto: Knut Kuckel)
Drei Jahre lang arbeitete Ingeborg Schmid-Mummert am neuen Mieminger Dorfbuch. Nun liegt es auf dem Tisch und Mieming freut sich. (Foto: Knut Kuckel)

Geschichte und Geschichten – Das neue Mieming-Buch macht Freude

Die Vorlage des neuen Dorfbuches wurde in Mieming seit langem erwartet. Nun durften wir schon darin blättern und soviel sei vorab verraten: Die Begeisterung ist groß. In der Tiroler Gemeinde am Mieminger Plateau gibt es in diesen Tagen kein anderes Thema.

Hast Du es schon in der Hand gehabt? Wo kann man es kaufen? Wer in diesen Tagen durch Mieming geht, hört nichts anderes. Wir lüften das Geheimnis und machen das neue Mieming-Buch mit seiner Dorfgemeinschaft bekannt.

Gemeinsam mit der Verfasserin, Dr. Ingeborg Schmid-Mummert, mache ich mich auf den Weg. Im Gepäck das druckfrische Mieming-Buch, meine Kamera und einen Notizblock.

Wir treffen die gelebte Dorfgemeinschaft, z.B. HR Dr. Otto Thaler, links. (Foto: Knut Kuckel)

Wir treffen uns sozusagen mit einem gewichtigen Teil der Dorfgemeinschaft. Darunter die Altbürgermeister Karl Spielmann, HR Dr. Otto Thaler, der Gemeinde-Chronist Martin Schmid und viele andere, die für ein gelebtes Mieming stehen.

Zum Auftakt sind wir auf dem Weg zu Ingeborgs Elternhaus in Untermieming. Meine Begleiterin hat Herzklopfen und versucht mich auf die Besonderheit dieser Begegnung einzustimmen: „Der Vater ist sehr gewissenhaft, wenn es um die Geschichte seiner Gemeinde geht. Als Chronist hat er schließlich einen Ruf zu verlieren.“ Und wie stehts mit Deiner Mutter? Sie ist doch die Leiterin der Bücherei? „Beide sind neugierig und hoffen nur das Beste“. Ich hole tief Luft und da stehen wir auch schon vor dem Haus von Monika und Martin Schmid.

Wir sind eingeladen. Dass ich über diesen Besuch berichte, ist ausdrücklich gestattet. Die Türen öffnen sich und wir überreichen das neue Buch „Mieming – Geschichte und Geschichten“. Momente, die zweifellos Premierencharakter haben dürften.

Monika, Ingeborg und Martin Schmid halten als Erste das neue Miemingbuch in den Händen. (Foto: Knut Kuckel)

Ladies first, so muss es sein. Monika Schmid darf als Erste das Buch in ihren Händen halten. Zu diesem Zeitpunkt gestattet sich nur eine oberflächliche Erstbewertung. Zum Umfang, Gewicht und vielleicht zu den Abmessungen des vorgelegten Buches. Martin bittet uns in den Wintergarten. Hier ist es hell und das Buch hat es verdient, in diesem Ambiente eine erste sensiblere Begutachtung zu erfahren. Martin und Monika Schmid sind als Pädagogen dazu geradezu berufen. Ihre Rolle als Eltern macht es nicht gerade leichter.

Vater Martin Schmid (Chronist der Gemeinde Mieming) blättert mit Ingeborg in ihrem gerade vorgelegten Miemingbuch. (Foto: Knut Kuckel)

Die Stimmung ist jetzt etwas weniger aufgeregt. Martin blättert durch die 300 Seiten. „Mein Vater hat mir am meisten geholfen“, höre ich von Ingeborg. „Sein Gemeindearchiv war für mich in den vergangenen Jahren schon fast ein zweites Zuhause“, scherzt sie und schaut dabei zum Vater. „Im Ernst. Vielleicht kann das Buch ja ein Stückweit aufzuzeigen, was Chronisten und Volkskundler leisten?“

Quellenpflege und der Umgang mit anvertrauten Materialien gehe nicht ohne ein hohes Maß an Gewissenhaftigkeit, sagt die Buchschreiberin, von Hause aus Volkskundlerin. Ingeborg beschreibt den Arbeitsaufwand: „Archiv- und Literaturrecherche, Quellenstudien, textliche Aufarbeitung der zugelieferten Inhalte, Bildrecherche, -auswahl und -redaktion, Manuskriptbearbeitung, konzeptionelle Entwicklung und Umsetzung im Austausch mit Bürgermeister, Kulturausschuss, Gemeinderat, Vereinsobleuten und vielen anderen.“

„Berührt und beflügelt haben mich vor allem die Freiheit in der Umsetzung und das Vertrauen, das mir entgegen gebracht wurde“, sagt die Geschichtensammlerin rückblickend und konkretisiert, „wenn sich Familien wieder gemeinsam über Fotoalben beugen – Vereine in ihren Kästen kramen – Altmitglieder und andere befragen, fühlt man die emotionale Bedeutung dieser Begegnungen.“

Mein persönlicher Eindruck: Das Mieming-Buch lebt von seiner geradlinigen, flüssigen Sprache, die ihre Leser von der ersten bis zur letzten Seite erreicht, unabhängig vom persönlichen Bildungsstand. Vieles wäre in der Gesamtbewertung hervorzuheben, etwa, dass es beispielhaft gelungen ist, das Dorfbuch primär für die Zielgruppe der Miemingerinnen und Mieminger zu verfassen und nicht ausschließlich für Wissenschaftler wie Historiker, Soziologen, Politologen, Statistiker oder Chronisten.

Die Mieminger Dorfzeitung schreibt u.a. „Die Lektüre lohnt sich. Einmal, zweimal und immer wieder. Das Buch kann man alleine lesen, mit der Familie oder im Freundeskreis. Die vielen ausdrucksstarken Fotos lassen Erinnerungen aufleben und fördern weitere, ergänzende Geschichten zu Tage.“

Die Zielgruppe ist klar definiert: Angesprochen sind alle Miemingerinnen und Mieminger. Ob seit Jahrhunderten in der Gemeinde und seinen unterschiedlichen Ortsteilen verwurzelt oder neu angesiedelt. Burgi Widauer erlaubt sich, mit Blick auf den Kalender, noch den Hinweis hinzufügen „Das Buch schmückt jeden Weihnachtsbaum.“

Es ist Anfang September. Bis Weihnachten ist also noch etwas Zeit. Der Herbst zeigt sich auf dem Mieminger Plateau in diesen Tagen von seiner schönsten Seite. Diese Stimmung fangen wir bei unserem Rundgang mit dem neuen Mieming-Buch ein.

Premiere – Buchpräsentation im Dorf. (Fotos: Knut Kuckel)

Das letzte Mieming-Buch (von Karl Miller-Aichholz) erschien 1985. Es ist inzwischen vergriffen. Franz Dengg schenkt mir ein aller letztes Exemplar, das er im November 1985 noch – damals in seiner Funktion als Standesbeamter der Gemeinde Mieming – signierte. Mit dem Buch gratulierte er allen, die sich von ihm trauen ließen. 

 

Mieming - Gemeinde am Miemingerberg. (Foto: Knut Kuckel)

Das Buch titelte mit „Mieming – Die Gemeinde am Miemingerberg“.

Wer noch nicht zum kleinen Kreis zufällig Auserwählter gehörte, die einen ersten Blick ins neue Mieming-Buch werfen konnten, muss sich bis zum Abend gedulden. Im Gemeindehaus wird es Bürgermeister Dr. Franz Dengg ganz offiziell vorstellen. 

Geladen sind zahlreiche Gratulanten, darunter die Altbürgermeister, der Landtagspräsident und der amtierende Landeschronist. Die Liste der Ehrengäste kann sich sehen lassen. Die Musikkapelle stimmt mit dem „Vater-Unser-Marsch“ ein und Dr. Ingeborg Schmid-Mummert ist die gefeierte Persönlichkeit, auf die sich an diesem stimmungsvollen Abend alle Augen richten.

Dr. Ingeborg Schmid-Mummert signiert das Mieming-Buch. (Foto: Knut Kuckel)

Ingeborg signiert ihr Buch, beantwortet geduldig alle Fragen und steht sichtbar gerührt im Mittelpunkt des Geschehens. Wie hat sie das nur gemacht? Meine gefühlte Antwort: Sie macht alle in Mieming ein wenig stolz, Teil einer solch starken Gemeinschaft zu sein. Ingeborg Schmid-Mummert überreicht der Gemeinde ein Geschenk, das für die nächsten paar Jahre von unschätzbarem Wert sein dürfte.

Geschichte und Geschichten – Das neue Mieming-Buch macht Freude. (Fotos: Knut Kuckel)

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Von
Knut Kuckel

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