Das Holzknechtmuseum in Ruhpolding zeigt, wie sich die Waldwirtschaft in den vergangenen Jahrhunderten verändert hat. (Foto: Knut Kuckel)
Das Holzknechtmuseum in Ruhpolding zeigt, wie sich die Waldwirtschaft in den vergangenen Jahrhunderten verändert hat. (Foto: Knut Kuckel)

Das Holzknechtmuseum wird modernisiert – Neueröffnung im Frühsommer 2021

Wenn man bei einer Internetsuche die Frage eingibt: „Was sind Holzknechte?“, folgt die Antwort an: “Holzknecht ist eine alte, umgangssprachlich in Bayern und Österreich teils noch heute übliche Bezeichnung für Waldarbeiter.“

Ein Lied aus Ruhpolding beantwortet die Frage lebensnaher:

“Die Holzknechtbuam müssen früh aufsteh’n, müssen’s Hackl nehma und in Holzschlag geh’n.”

Das im Jahre 1988 eröffnete Holzknechtmuseum in der Laubau, südlich von Ruhpolding, dokumentiert das Leben und die Waldarbeit vom Beginn der Salinenzeit bis heute. Das Museum wird vom Zweckverband Holzknechtmuseum Ruhpolding betrieben, dessen Mitglieder der Förderverein des Museums, der Bezirk Oberbayern, der Landkreis Traunstein und die Gemeinde Ruhpolding sind.

Das deutschlandweit einzigartige Holzknechtmuseum wird seit Herbst des vergangenen Jahres modernisiert. Die historische und zugleich auch die moderne Forstwirtschaft der Region soll von der kommenden Saison ab zeitgemäß präsentiert werden.

Das heißt vor allem “…lebendiger und attraktiver”, so die Dr. Ingeborg Schmid, die Museumsleiterin. “Wir arbeiten seit Herbst des vergangenen Jahres an der Modernisierung.  Die Ausstellung wird sowohl inklusiv als auch barrierefrei gestaltet.”

Das Forstministerium unterstützt das eine Million Euro teure Vorhaben der Neugestaltung mit rund 420.000 Euro aus Mitteln des EU-Programms LEADER und zusätzlich einem direkten Zuschuss in Höhe von rund 250.000 Euro.

Forstministerin Michaela Kaniber überreicht den Förderbescheid an den Ruhpoldinger Bürgermeister Justus Pfeifer und Museumsleiterin Dr. Ingeborg Schmid (links). Foto: Judith Schmidhuber/StMELF

Im Herbst des vergangenen Jahres kam die Bayerische Forstministerin Michaela Kaniber ins Holzknechtmuseum, um den Förderbescheid an den Ruhpoldinger Bürgermeister Justus Pfeifer und Museumsleiterin Dr. Ingeborg Schmid zu überreichen.

Im Sommer des kommenden Jahres soll die mehr als 30 Jahre alte Dauerausstellung auf 350 Quadratmetern Fläche in vollkommen neuer Architektur vorgestellt werden. „Der Bergwald wird im Holzknechtmuseum in mehrdimensionaler Weise erlebbar gemacht“, sagt Museumsleiterin Dr. Ingeborg Schmid.

„Der Bergwald wird im Holzknechtmuseum in mehrdimensionaler Weise erlebbar gemacht“, sagt Museumsleiterin Ingeborg Schmid. (Foto: Knut Kuckel)

„Die Welt der Holzknechte mit ihren besonderen Herausforderungen ist heute noch viel mehr als in den 1980er Jahren von den Erfahrungen der Museumsbesucher entfernt. Dem wollen wir Rechnung tragen.“

Der Begriff „Holzknechte“ hat im Chiemgau, und dort besonders rund um Ruhpolding, schon seit Jahrhunderten einen hohen Stellenwert. „Wir möchten ihn zeitunabhängig kultivieren“, verspricht Ingeborg Schmid. „Wir bearbeiten im Holzknechtmuseum konzeptionell unterschiedlichste Vorschläge und prüfen, wie wir die besten davon zeitgemäß umsetzen können.“

Ingeborg Schmid zum Umgestaltungskonzept: „Die Welt der Holzknechte mit ihren besonderen Herausforderungen ist heute noch viel mehr als in den 1980er Jahren von den Erfahrungen der Museumsbesucher entfernt. Dem wollen wir Rechnung tragen.“

Die Schwerpunkte verlagern sich von der Technik auf sozialgeschichtliche Aspekte. Dabei sind Identität der Waldarbeiter ebenso von Bedeutung wie die Entwicklung der Holzwirtschaft.

Das Museum kooperiert dabei eng mit dem benachbarten Forstlichen Bildungszentrum in der Laubau, der wohl ältesten Waldarbeiterschule Deutschlands. Eine Bildungseinrichtung der Bayerischen Staatsforsten.

Seit Monaten laufen schon die Vorbereitungen für die neue Dauerausstellung über das Leben der Holzknechte auf vollen Touren. Die Eröffnung soll im Frühjahr 2021 stattfinden.

In großem Umfang wurde zwischenzeitlich das Museumsarchiv digitalisiert. Darunter finden sich rund 170 Stunden Zeitzeugen-Interviews, die der Volkskundler und Naturschützer Dr. Josef Paukner im Rahmen seiner Dissertation über „Holzarbeiter im Chiemgau“ in den 1970er Jahren zusammentrug.

Josef Paukner dokumentierte im Buch Holzknechtmuseum Ruhpolding die Entwicklung der Waldarbeit vom Beginn der Salinenzeit bis heute (→  Josef Paukner (Verf.), Walter Fuger (Hrsg.): Holzknechtmuseum Ruhpolding. Bayerische Museen, Band 21. Weltkunst-Verlag, München 1994).

Die Tondokumente werden in die neue Dauerausstellung integriert. „Im Forum der Gegenwart“ sollen kontroverse und aktuelle Themen digital aufgearbeitet angeboten werden. Der Begriff “Holzknechte” hat im Chiemgau, und dort besonders rund um Ruhpolding, schon seit Jahrhunderten einen hohen Stellenwert. “Wir möchten ihn zeitunabhängig kultivieren”, verspricht Ingeborg Schmid. “Wir bearbeiten im Holzknechtmuseum konzeptionell unterschiedlichste Vorschläge und prüfen, wie wir die besten davon zeitgemäß umsetzen können.”

Diese Herausforderungen hätten den „Holzknechten“ im Alpenraum zu besonderem Ansehen verholfen.

Die Schwerpunkte verlagern sich von der Technik auf sozialgeschichtliche Aspekte. Dabei sind Identität der Waldarbeiter ebenso von Bedeutung wie die Entwicklung der Holzwirtschaft.

Josef Paukner dokumentierte im Buch Holzknechtmuseum Ruhpolding die Entwicklung der Waldarbeit vom Beginn der Salinenzeit bis heute. (Foto: Knut Kuckel)

In großem Umfang wurde zwischenzeitlich das Museumsarchiv digitalisiert. Darunter finden sich rund 170 Stunden Zeitzeugen-Interviews, die der Volkskundler und Naturschützer Dr. Josef Paukner im Rahmen seiner Dissertation über „Holzarbeiter im Chiemgau“ in den 1970er Jahren zusammentrug.

Die Tondokumente werden in die neue Dauerausstellung integriert. „Im Forum der Gegenwart“ sollen kontroverse und aktuelle Themen digital aufgearbeitet angeboten werden.

Weblink: Holzknechtmuseum Ruhpolding

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Von
Knut Kuckel